Verfasst von: Schnuppschnuess | 2010-03-26

Cache-Juchee am Bodensee / Tag 1: Staad – Mainau (fast) – Staad


Ja, wir waren schon wieder unterwegs. Ich kann das auch erklären.

Erstens hatte mein lieber Mann noch zwei Tage Resturlaub, die bis Ende März genommen werden mussten. Und dann hatte ich im Februar bei den Schlemmercachern einen schönen Bericht über Geocaching am Bodensee gelesen, der richtig Lust machte, auch mal hinzufahren.

Die letzte Reise an den Bodensee war ungefähr 1970, drei Wochen Jugendfreizeit mit der Pfarre in Blaubeuren. Damals besuchte die Gruppe während einer Ausflugsfahrt die Pfahlbauten am See und die Insel Mainau, woran ich mich nur dunkel erinnern kann. Sehr präsent hingegen ist das unglaublich schreckliche Heimweh, das mich plagte und für ewig von weiteren Ausflügen im Kielwasser dieses Genres abhielt. Schauerlich!

Trotz der prägenden Erlebnisse, vor allem aber wegen der hohen Cachedichte, haben wir uns kurzfristig entschieden, dem großen See im Süden Deutschlands einen Besuch abzustatten. Und zwar zu einer Zeit, wo die Touristenströme noch träge fließen und sich das Muggelaufkommen in Grenzen hält.

Die Wettervorhersage ließ Böses ahnen, es sollte extrem nass werden. Das hat sich zum Glück nicht bestätigt. Es gab zwar Schauer, vor allem aber viel Wind – womit wir wieder bei der Frisurenfrage wären.

Ab und an bekam wir sogar  soviel Sonnenschein, dass uns nicht nur warm ums Herz wurde.

Immer wieder erstaunt mich, was man in ein paar Tagen alles erleben und sehen kann. So auch hier. Fangen wir also an mit Freitag, dem Anreisetag:

Es ging per Bahn nach Konstanz, das wir am frühen Nachmittag erreichten. Hier schüttete es wie aus Eimern. Anscheinend hatte es einen regelrechten Wettersturz gegeben, denn viele Passanten waren nur leicht bekleidet, klatschnass und froren wie die Schneider. Wir nicht. Wir sind Cacher, auf alles vorbereitet und in der Lage, einen Wetterbericht zu lesen. Ha!

Ein Bus brachte uns nach Staad, einem Konstanzer Ortsteil und beschaulichen Fischerdorf (bevor die Touristen kamen), mit ein paar Restaurants, Hotels und dem Fähranleger nach Meersburg. Unser Quartier, das Hotel „Schiff am See“, lag sehr zentral, eine Minute von Bushaltestelle und Anleger entfernt. Ansonsten gab es dort zum Frühstück einen hervorragenden Nusskuchen. Einen sagenhaften Nusskuchen, der mich sogar dazu brachte, jeden Morgen zum Frühstück davon zu essen. Mache ich sonst nur ungern. Aber dieser Kuchen… ein Traum.

Nachdem wir unser Gepäck verstaut hatten, machten wir uns bei leichtem Regen  gleich auf den Weg Richtung Mainau. Vorher gab es noch ein Fischbrötchen zur Stärkung und die Teillösung des Multis „80 Jahre Fährmann hol über„, der dem Fremden das Fischerdörfchen ein wenig näher bringt. Hier in Staad gibt es  ganz urige Ecken, versteckte Kneipen, Jugendstilfassaden und schöne Parks, die bei wärmerem Wetter bestimmt einladender sind als im nassen und kalten Frühjahr. Cachen ist für die Entdeckung von Insiderecken optimal, da in den Beschreibungen zu den Schätzen oft Tipps und Hinweise gegeben werden, die man als Ortsfremder gut gebrauchen kann.

Nachdem wir alle Fragen beantwortet hatten (am Ende des Aufenthalts aber nix fanden – Absperrungsbänder ignorieren wir ungern), machten wir uns also auf Richtung Mainau. Hier kamen wir an Felskellern vorbei, die noch intensiv genutzt werden. Interessant!

Am ersten Cache des Team „Los Muertos“ (denen mein ewiger Dank sicher ist) bin ich dann gleich mal vorbei gelaufen. Irgendwann guckte ich aufs GPS und machte auf dem Absatz kehrt, weil doch glatt ein Dösle auf dem Weg lag, das mir überhaupt nicht aufgefallen war. Wahrscheinlich, weil das Wetter nicht dazu einlud, eine Konstanzer Mittagspause zu veranstalten. Norbert hatte dann den richtigen Griff, juhu!!!, der Anfang war gemacht.

Auf teilweise sehr schönen Wegen

bewegten wir uns Richtung Besucherzentrum und Einganz zur Insel. Wir hatten nicht vor, das Eiland der Bernadottes zu besuchen, denn erstens war es kurz vor 17.00 Uhr, zweitens der Eintritt recht hoch und drittens waren die Frühlingsblumen noch nicht erblüht. Ein Fahrrad zum Betanken hatten wir auch nicht dabei.

Also dann doch lieber einen Schatz suchen. Der „Big Brother is …….. you“ war schnell unser. Ich habe Anweisungen gegeben, Norbert hat sich die Finger schmutzig gemacht.

Die Stelle, an der der Cache liegt, ist sehr exponiert. Als wir suchten, war überhaupt nichts los. Aber im Sommer bei guten Wetter würde ich mich nicht trauen, dort herumzuspringen. Anweisungen geben wäre aber kein Problem.

Wir machten uns schließlich auf den Rückweg, auf dem noch ein Brückencache vom „Team Null Peilung“ (ich liebe diesen Namen!) wartete.  Auch diese Dose fand Norbert – was tut man nicht alles für die Wissenschaft –  in der Nähe der Universität, „muggelsicher“ vesteckt, je nachdem von welcher Seite man das betrachtet, gell? Mittlerweile war es Abend geworden und der Magen wollte gefüllt werden.

Der Bodenseefischer war schon fleißig, präsentierte seinen Fang und blies sein Horn, damit wir endlich zum Abendessen aufbrechen.

Der geifernde Drache, der am Weg lauerte, ließ unsere Schritte ein wenig schneller werden.

Vom Gebrauch der Bootanik haben wir nach eingehenden Überlegungen Abstand genommen.

Während unserer Staader Multitour ein paar Stunden zuvor mussten wir eine „Stage“ näher inspizieren, deren Speisekarte Felchen offerierte. Diesen Bodenseefisch wollte ich zu gerne einmal essen, also machten wir uns kurz vor 19.00 Uhr auf, um dem Gasthof  „Zur Traube“ einen Besuch abzustatten. Ui, das war vielleicht voll dort! 10 Minunten später und wir hätten keinen Platz mehr bekommen, der Laden brummte. Zu recht, denn das Preis-Leistungsverhältnis war optimal. Als ich den Fisch sah, kam mir gleich Meryl Streep als Julia Child in den Sinn, die beim Anblick eines in der Pfanne knusprig gebratenen Fisches „Butter!!!!“ ruft.

Ehrlich gesagt, habe ich nicht erwartet, in solchen Hochburgen des Tourismus ordentliches Essen zu bekommen, zu einem angemessenen Preis, vom leckeren Bockbier ganz zu schweigen. Aber da sieht man mal wieder, wie man sich täuschen kann  – ich könnte nicht behaupten, dass mich das ungemein bestürzt. Wir haben jedenfalls wunderbar gegessen und getrunken und sind am nächsten Abend gleich wieder hin. Wir wären auch noch ein drittes Mal dort eingekehrt, aber leider ist am Sonntagabend geschlossen.

Drei Felchenfilets und 800 ml Bockbier später…

… wankte ich  Richtung Hotelbett (5 Minuten Fußweg), war gerade noch in der Lage, mich bettfein zu machen und schon schlief ich wie ein Stein. Nach 11 km Fußmarsch und vor 21.00 Uhr – unglaublich!

Schatzkarte:

# 106 – Konstanzer Mittagspause XI – GC19 B9N – Los Muertos
# 107 – Big Brother is …….. you – GC1CK70 – Los Muertos
# 108 – Konstanzer Brücken-Science – GC22GE1 – Team Null Peilung

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Responses

  1. Da sind ja tolle Tipps dabei, danke! Die Felchen sehen ja köstlich aus 🙂 Nach Konstanz kommen wir sicher wieder, Kind Nr. 2 ist ja noch dort, ab Herbst will auch Nr. 3 dort studieren.

    Genau diese Mittagspause haben wir auch schon absolviert (lustig!), einige andere auch gefunden (Mittagspause IV, Konstanzer Geschichte(n), und einige nicht gefunden – darunter das Döschen bei der Imperia, das es inzwischen nicht mehr gibt.

  2. Ich werde mich doch mal mit dem Thema Geocaching beschäftigen müssen … ich werde neugierig 🙂

  3. @Petra: Die Imperia, die kriejen wir später…
    am Steg ist wieder ein Döschen versteckt, guck mal hier:

    http://www.geocaching.com/seek/cache_details.aspx?guid=1cb57eb9-8bf8-4183-af88-804908548067

    In Konstanz waren wir sonntags, nervenzerfetzend, ich sach dir…. bis in die Schweiz sind wir gelaufen und dann… aber datt kriejen wir auch später 🙂

    @Christel: du schleichst ums Cachen und ich um die Veilchen. Wir haben soviele von den Dingern auf der Wiese im Garten, kann man die mit irgendwas Giftigem verwechseln?

    Cachen macht SPAAAAAASSSSSSS!!!

  4. Die Veilchenblätter kannst du mit Scharbockskraut verwechseln, das ist aber eine Delikatesse, solange es nicht gelb blüht! (Schau mal in dem neuen Blog) Desweiteren mit der Knoblauchsraute, die -wie der Name sagt – nach Knoblauch schmeckt und essbar ist!
    Im Moment blüht nichts anderes blau und schmeckt kandiert wie Veilchenpastillen 🙂

  5. Jutte, die neue Imperia-Dose hatte ich schon auf GC gesehen. Aber die alte war halt so schön kniffelig versteckt, die versank wohl immer wieder gerne in den Tiefen des Bodensees. Und dazu die Muggelmengen an dieser Stelle!


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