Verfasst von: Schnuppschnuess | 03/08/2013

Souvenir, Souvenir – 31 Days of Geocaching – Tag 3

Leute, ich bin feddisch. Das hat mich gestern dann doch ganz schön geschlaucht. Zuwenig getrunken habe ich ebenfalls und ich erwachte mit einem Bummern im Kopf, dass ich dachte, ich läge im Zelt in Wacken und hätte den ersten Gig von Metallica verpasst (Ja, ok, das ist nicht Metallica. Aber fast.).

Nicht ganz Metallica

Deshalb wurde heute Schonprogramm gefahren. Unser samstäglicher Weg zum Wochenmarkt brachte uns in die Nähe eines Multi-Caches, den ich schon vor Urzeiten gelöst hatte. Im Titel kam Goethe vor und darauf fahre ich voll ab. Der Faust-Fan in mir unkte “Ich bin zu alt, um nur zu spielen – zu jung, um ohne Wunsch zu sein” und der Wunsch, sich auf die Spuren des großen Meisters zu begeben, ließ mich die Runde quasi zeitgleich mit dem Einzug ins neue Domizil absolvieren.

Das mit dem Finden gestaltete sich dann etwas schwieriger – die Muggeldichte war derart hoch, und zwar IMMER, wenn ich am Finale war, dass ein Heben des Schatzes unmöglich schien. Heute jedoch passte alles. Umschauen – keiner da – suchen – finden – loggen – verstecken – fertig!!! Juhu!!!!

Fotos? Leider keine vom nett gemachten Multi, der an einige “muss-man-gesehen-haben”-Orte in der Innenstadt führt. Aber vielleicht eins vom Dom? Irgendwo da hinten, da ist das Final.

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SCHATZKARTE

#528  GC1MQYR  “Fuldaer Literatur Cache 1 – –  Goethe in Fulda” – balalaika

Verfasst von: Schnuppschnuess | 02/08/2013

Souvenir, Souvenir – 31 Days of Geocaching – Tag 2

Heute wurden keine Dosen gesucht, heute ging es auf ein Event. Genauer gesagt, auf den Petersberg, zur Liobakirche, die eigentlich St. Peter heißt.

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Die Kirche St. Peter (auch Liobakirche) ist eine dem Heiligen Petrus geweihte, mittelalterliche Bergkirche aus dem 9. Jahrhundert in Petersberg (Osthessen) auf dem gleichnamigen Berg. Die Gewölbe gehören zu den ältesten oberirdischen Kirchenbauten Deutschlands und enthalten die ältesten erhaltenen Wandmalereien Deutschlands.

In der Krypta ist die Heilige Lioba von Tauberbischofsheim bestattet, weshalb sie auch Liobakirche genannt wird. (wikipedia)

Eventmäßig lief das heute so, dass HubiFD, der Herr der tausend Mysteries, die Geocacher eingeladen hatte, am Abend mit Picknickdecke zu erscheinen, zu schwätzen, ein wenig zu trinken und zu schmausen und sich dabei das Höhenfeuerwerk mit dem Titel “Nacht der tausend Lichter” anzuschauen, initiiert durch die Fuldaer Schützenbruderschaft. Da wir uns dabei auf einem der Fuldaer Hügel befanden, hatten wir natürlich DIE Aussicht auf die bunten Kaskaden, die sich über den abendlichen Himmel ergossen. Es war einmalig, sowas hatte ich zuvor noch nicht gesehen.

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Der Tipp, schon gegen 21.00 Uhr am Ort des Geschehens zu sein, erwies sich als goldrichtig, denn als das Spektakel gegen 22.30 Uhr los ging, waren sogar Stehplätze schön mu(gg)ckelig eng belegt. Wir hatten einen tollen Picknickdeckensitzplatz, den wir auch dringend brauchten, denn der Weg auf den Berg war steinig, steil und derart heiß… als wir um 20.30 Uhr Daheim los gingen, zeigte das Thermometer an einer Apotheke noch 36° C. Unfassbar! Als wir gegen Mitternacht wieder Daheim waren, wurden immer noch 26° C angezeigt.

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Ich danke dem Schicksal, dass ich nicht, wie zunächst geplant, Köfte, Obstsalat, Salatgurke, Brot und Zaziki mitschleppte, sondern nur vier Flaschen alkoholfreies Bier einpackte. Ich wäre während des steilen Anstiegs vermutlich in Ohnmacht gefallen. Aber als wir dann oben waren und diesen Ausblick über das komplette Fulda plus Umland genießen konnten, da haben wir nur noch Aaaah und Oooh gesagt und uns geschworen, bald wieder dort hinauf zu gehen. Bei Tageslicht, wenn es nicht mehr ganz so warm ist.

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Es war mal wieder ein toller Abend mit den Fuldaer Geocachern und den Schatzsuchern aus der näheren und ferneren Umgebung. Recht wenig bekannte Gesichter waren zugegen, eigentlich gar keins, aber die Unbekannten machte man schnell zu Bekannten, um sich über das schöne Hobby zu unterhalten. Eine Gruppe aus Neu Isenburg hatte als Trackable sogar einen Kaugummiautomaten dabei – ich hab mich so amüsiert. Wenn ich bedenke, dass wir bis zum Umzug nach Fulda nur auf einem Mega waren, sind wir in Fulda zu wahren Feierbiestern mutiert. Hätte ich nicht gedacht, dass mir das soviel Spaß macht.

Fazit:  Tag 2 der Mission “31 Days of Geocaching” erfolgreich abgeschlossen.

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Schatzkarte

#527 – GC4GW5B “Nacht der Tausend Lichter (Nachtevent)” – HubiFD

Wissenwertes zur Liobakirche (Wikipedia):

Lage

Die Bergkirche liegt auf dem alleinstehenden Petersberg im Zentrum des gleichnamigen Ortes und ist durch ihre exponierte Lage weithin sichtbar. Ebenso ergibt sich vom Kirchvorplatz ein weiter Ausblick über das Fuldaer Becken mit dem Fluss Fulda, der gleichnamigen Stadt, Petersberg, Künzell und weiteren umliegenden Orten sowie auf das westliche Rhönvorland und die hessische Kuppenrhön.

Geschichte

Der Fuldaer Abt Rabanus Maurus ließ in der Mitte des 9. Jahrhunderts auf dem Petersberg in der Nähe des Klosters Fulda eine dreischiffige Basilika und ein Benediktinerkloster errichten. Ursprünglich war die Kirche wahrscheinlich dem Patrozinium Allerheiligen geweiht. Von diesen vielen Heiligen setzte sich aber der Heilige Petrus als Patron durch. 836 ließ Rabanus Maurus den Leib der Lioba von Tauberbischofsheim von der Fuldaer Stiftskirche in die Krypta überführen. In dieser Krypta befinden sich drei Apsiden mit drei Altären. Hinter dem mittleren Altar befindet sich noch heute der Sarkophag der Heiligen Lioba.

Nach der Zerstörung der Gebäude auf dem Petersberg durch einen ungarischen Überfall 915 ließ der Fuldaer Abt Heicho die ausgebrannten Gebäude wiederherstellen.

Wegen vieler Unruhen und mehrerer Überfälle während der Bauernkriege wurden rund um das Kloster Wehrmauern errichtet. Die Gebeine der Heiligen Lioba wurden zur Sicherheit wieder in die Stiftskirche nach Fulda gebracht. Während dieser Zeit legten oft Mütter ihre kranken Kinder in den leeren Sarkophag, um so die Fürbitte der Heiligen zu erbitten; deshalb wird dieser im Volksmund „Schreistein“ genannt. Das romanische Langhaus wurde 1479 durch eine einschiffige, spätgotische Halle ersetzt; unter dem Fußboden entstand eine Begräbnisstätte für die Mönche. Eine weitere Besonderheit dieser Kirche ist eine für diese Region einmalige Dachstuhlkonstruktion, die man sonst nur in südlichen Gefilden findet und die noch original aus dem 15. bis 16. Jahrhundert erhalten ist.

Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster schließlich aufgelöst. Im Jahre 1995 wurde die Hauptreliquie der Heiligen Lioba in die Krypta der Peterskirche zurückgebracht. In den Jahren 2004 bis 2007 fand eine Generalsanierung der Kirche statt. Aus der ehemaligen Orangerie gegenüber der Kirche entstand ein neues Klostergebäude, die Cella St. Lioba. Somit wurde das klösterliche Leben an dieser Kirche neu begonnen.

Verfasst von: Schnuppschnuess | 01/08/2013

Souvenir, Souvenir – 31 Days of Geocaching – Tag 1

Ich weiß, dass das schräg ist. Ich versuche es aber trotzdem. Für ein buntes Bildchen pro Tag werde ich ab heute alles daran setzen, den ganzen August lang jeden Tag einen Geocache zu finden bzw. ein Event zu besuchen.

Vor ein paar Tagen wurde eine Excel-Tabelle angelegt und jeder Tag des Monats mit einem in der nahen Zukunft zu suchenden Cache versehen. Mein Mann wurde informiert, das GPS-Gerät gefüttert, die Klamotten rausgelegt – mein Gott, war ich motiviert. Im Überschwang warf ich gleich mal meinen Plan um.

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Nix Schulzenberg, auf auf Richtung Niederröder Höhe, da fiel mir gestern nämlich der nette Wandermulti GC28098 – Wandertour im Heidelbeerland ins Auge, den ich heute absolvieren musste, unbedingt.

Am Vorabend also wurde der Rucksack gepackt und ja, es passt wirklich alles rein:

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Wanderstock wegen der Knie. Anti-Brumm. Tempotücher. Feuchte Reinigungstücher. Sonnenmilch. Erste-Hilfe-Set. Pflaster. Kniemanschette. Sonnenhut. HAD-Tuch. Batterien für GPS, Handy und Kamera. GPS. Handy, Kamera. Regenschirm (wie bekloppt ist das eigentlich?). Kleine Decke zum Draufsetzen. Landkarte. Stifte. Hausschlüssel. Geld. Noch ein Stift. Dünne Fleecejacke. Erweiterte Cacheausstattung. Dünne Gummihandschuhe. Kleine Einkaufstasche (man weiß ja nie, was einen im Wald so erwartet an Shopping-Gelegenheiten). Teleskopspiegel. Butterbrote. Apfelschorle. Regenschutz für den Rucksack (wie bekloppt und so…). Ausdruck der Cachebeschreibung. Plastiktüten nicht vergessen, wegen der Heidelbeeren.  Noch Fragen, wieso mir die Knie schmerzen?

Egal. Die Sonne schien so wunderbar, es wehte ein kühles Lüftchen, ich machte mich auf den Weg. Um 7.35 Uhr stieg ich frohgemut in den Bus, der mich 12 Minuten später in die taufrische Freiheit entließ.

Station 1 von 12 wurde umgehend gefunden. Ich hatte einen derartigen Lauf, Leute, ich nannte mich Cachegöttin. Station 2 wurde hurtigen Schenkels erreicht, die Örtlichkeit stimmte, jetzt nur noch schnell die Zahlen suchen, rechnen und weiter. Oder vielleicht doch nicht? Öhm, diese Zahlen. Wo sind sie denn? Ob das da am Baum eine Zahl sein kann? Womöglich eine mehrstellige? Und wenn das eine Zahl ist, was soll sie bedeuten? Und dieser Stein da… 151? Und dann mit 4,5 multiplizieren? Kann nich. Fragen über Fragen. Rechnungen über Rechnungen. Flüche über Flüche. Ende vom Lied: Abbruch bei Station 2. Na toll. Und nun?? Und wieso hat H. Simpson hier einen Strauch???

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Das Leben meinte es nicht gut mir mir (Taschentuch, bitte!). Aber da gab es ja noch Jonny. Jonny ist ein Hund. Ich kenne ihn nicht, weiß aber, dass er jedes Wochenende eine Runde durch eben diesen von mir besuchten Wald dreht und von Herrchen und Frauchen bespaßt wird. Netterweise dachten sie dabei nicht nur an das Haustier, nein, sie haben auch an die nach Dosen lechzenden Mitcacher gedacht und legten Döschen in den Wald. Danke! Danke! Danke! Dann machen wir halt die Jonnyrunde, der Tag war gerettet und ein Reigen nett versteckter Dosen wartete auf Entdeckung. Ich schaffte es, vier zu finden, eigentlich fünf, aber die eine habe ich mir aufgehoben für schlechte Zeiten. Man weiß ja nie, was man nicht findet und zu wissen, dass  es dort, im schönen Heidelbeerwald, noch eine Dose gibt, die wartet, ist gut für das Sinken eines zu hohen Stresslevels.  Zwischendrin fand ich noch einen Cache von Magnetfd, eine Art Lost Place hinterm Holzstapel. Wobei ganz klar gesagt werden muss, dass der Holzmichel, der da hauste, auf keinen Fall mehr lebt. So wie die Bude aussieht, kann das einfach nicht sein.

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Wer auch nicht mehr lebt und nicht mehr mault, ist der da. Herzschlag? Hitzetod? Wir wissen es nicht, fühlen aber mit den Angehörigen.

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Was man auch noch findet sind Ausblicke.

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Natur, recht einsam.

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Heidelbeeren.

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Und diesen Geruch nach Sommerwald.

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Herrlich. Einfach nur herrlich. Etwas mehr als 8 km pures Glück.

Mal sehen, was ich in 30 Tagen zu der Herrlichkeit sage. Es soll ja Leute geben, die ein Jahr und mehr jeden Tag… ich sollte das nicht vertiefen. Amen.

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Schatzkarte

Screencopy OSM

#522  GC41XH2  “#06 Fass, Jonny!” – sema2505

#523  GC41XYM  “#08 Mach Männchen, Jonny!”  – sema2505

#524  GC3N9KX  “am alten Acker″ – Magnetfd

#525  GC41XGC  “#02 Bei Fuß, Jonny!” – sema2505

#526  GC42B2F    “#03 Such das Stöckchen,Jonny!” – sema2505

#000  GC28098    “Wandertour im Heidelbeerland”- Anonyme_Laeufer

Verfasst von: Schnuppschnuess | 08/07/2013

Spocht ist Mocht? Ich fürchte, ich habe da was verwechselt


Lange nichts mehr hier gelesen, gell? Das ändert sich. Aber ich erzähle jetzt mal von Anfang an. Die „Wie alles begann“-Story.

Im August 2012 sind wir nach Fulda gezogen. Seitdem war ich nicht mehr beim Arzt. Obwohl mein Cholesterin zu hoch ist (genetisch – da kann man nur Pillen nehmen) und ich eben diese  Pillen nehmen muss,  ich sie aber schon seit Monaten nicht mehr… ihr kennt das vielleicht?

Zudem hatte ich in der Wetterau so einen netten Arzt und ich verspürte überhaupt keine Lust, mir hier in Fulda neue Ärzte zu suchen. Irgendwann musste ich dann aber doch mal einen Termin machen. Hab ich auch und ich wurde nicht enttäuscht. Ich habe eine wunderbare Ärztin gefunden, die alles hat durchchecken lassen. Und das Ende vom Lobgesang? Blutdruck leicht erhöht, Gewicht leicht erhöht, Cholesterin sowieso viel zu hoch, Osteopenie – … ich hatte es geahnt, vorbei die schöne Zeit des Wegschiebens, jetzt wurde es ernst.

Der Kardiologe sprach von einem „kleinen“ Pillchen, täglich eingenommen, gegen den zu hohen Blutdruck. Das behagte mir gar nicht und ich habe einen Deal ausgehandelt. Bis November will ich abnehmen und mehr Sport treiben. Was bedeutet, dass ich anfangen muss, überhaupt Sport zu treiben. Was mir ebenfalls nicht behagte. Aber ich sah die Notwendigkeit ein.

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Gewandert sind mein Mann und ich immer schon gerne und hier in Fulda erledige ich so gut wie alle Wege zu Fuß (ich habe seit 24.08.2012 nur eine dreiviertel Tankfüllung verfahren, inklusive einmal IKEA und zurück = 200 km). Ein Rad habe ich auch, das aber seit Monaten (oder Jahren?) nicht mehr bewegt wurde. Ich habe mir also vorgenommen, zu wandern, zu walken und Rad zu fahren. Wenn dabei ein Geocache abfällt, umso besser. Vorrangig will ich mich aber um die Gesundheit kümmern. Wenn ich das Hobby damit verbinden kann, dann bin ich dabei.

Das Rad ging also in Inspektion und war flott fahrbereit,

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neue Sportschuhe wurden gekauft und beim Discounter gab es das ein oder andere unbedingt notwendige Teil,  ohne das die Stil-Ikone keinen Schritt vor die Tür geht.

Sportklamotten bei Lidl

Glücklicherweise ist unser Wohnort der optimale Ausgangspunkt sowohl für Wanderaktivitäten als auch für die Radelei. Gleich unterhalb unseres Hauses, an den Fuldaauen, befinden sich zwei Radwege, der Fuldaradweg R1 und Vier-Flüsse-Tour R2, die wunderbar beschildert (und zum Teil wunderbar hügelig) durch eine herrliche Landschaft führen.

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Oberhalb des Hauses ist ein Park, den man unsicher machen kann, wenn man keine große Lust zu weiten Touren hat. Knackiger Anstieg und schöner Ausblick garantiert.

Da wir noch nicht so lange hier wohnen, gehe ich also ab sofort auf Entdeckungstour, ich kenne die ganzen Strecken, die ich beradel oder besuche, selber nicht und ich bin gespannt, was mich so alles erwartet (psst – diesen Artikel schreibe ich 10 Tage später, ich weiß also schon, was mich erwartet hat – wunderbar war es).

Los geht’s!

Verfasst von: Schnuppschnuess | 21/05/2013

Für Nachwuchs ist gesorgt – unser kleinstes Fohlen im Stall

“Julian?”

“Ja, Tante Tiffi?”

“Julian, weißt du wahaaas?”

“Nein, Tante Tiffi.”

“Gladbach ist Tabellenachter geworden.”

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“Und Juliaaan?”

“Ja, Tante Tiffi?”

“Weißt du noch wahaaaas??”

“Nein, Tante Tiffi.”

“Nächstes Jahr springt mindestens Platz Fünf raus.”

“Hm….”

“Oder… oder… oder…..Julian, wir werden Meister!!!”

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Verfasst von: Schnuppschnuess | 20/05/2013

Pfingsten in Fulda

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Zum ersten Mal seit unserem Umzug im August letzten Jahres ins wunderschöne Fulda kam die Familie zu Besuch. 350 km Fahrt – da darf man auch gerne mal zwei Nächte bleiben, damit es sich lohnt. Die Nichte, der Neffe und der Großneffe blieben sogar noch ein wenig länger.

Schön war es, so viele liebe Familienmitglieder um sich zu haben, zu quatschen, zu essen, zu trinken und eine gute Zeit zu haben. Der Wetterbericht verhieß Schlimmes, für die Pfingsttage war Regen angesagt. Kaum war die Familie komplett, riss der Himmel auf, obwohl es morgens noch stark geregnet hatte.

Als gestern, am Sonntag, die letzte Wurst gegrillt war und man sich bereit machte, von der Terrasse ins Haus zu wechseln, öffnete Petrus die Himmelsschleusen und es schüttete wie aus Kübeln. Was hatten wir ein Glück!

Glücklich konnten wir uns ebenfalls schätzen, dass wir nach Eichenzell fuhren, um am Sonntag “Das Fürstliche Gartenfest” im Schloss Fasanerie zu besuchen. Ungefähr 160 Aussteller priesen auf dem Schlossgelände ihre Waren an und so mancher Schatz konnte in Augenschein genommen werden.

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Dass sich der Besuch dieser Veranstaltung mehr als lohnt, wussten anscheinend viele andere Garteninteressierte, denn eine Blechlawine kroch Richtung Eichenzell, um irgendwann auf den umfangreichen Wiesengründen um das Schloss herum zum Stillstand zu kommen.

Die Karten hatten wir schon vorher besorgt, wir konnten also gleich auf das Gelände und wurden von einer Vielfalt an Eindrücken, Farben, Gerüchen und Schönem beinahe erschlagen.

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Was wir alles gesehen, gehört, erfühlt und geschnuppert haben, kann man nicht in Worte fassen. Man muss es einfach erlebt haben, was dort geboten wurde.

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Menschenmassen sind uns normalerweise ein Gräuel, aber die Besucher verliefen sich im weitläufigen Areal der verschiedenen Ausstellungsbereiche und man wurde weder geschoben, noch hatte man zu wenig Muße, sich bei einzelnen Ständen länger aufzuhalten.

Obstgarten

Trotzdem werden wir im nächsten Jahr am Eröffnungstag hingehen, am Sonntag ist dieses Fest für unseren Geschmack einfach zu sehr frequentiert.

Auch beim Bello aus Italia war viel los

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Bei Rosen Ruf in Bad Nauheim hatten wir Rosen bestellt, die uns die Familie Ruf kundenfreundlich mit auf das Fest brachte. Dort brauchten wir sie nur abzuholen und für das Tragen hatten wir Weiber ja die Männer dabei. Eine Rose heißt übrigens “Julia Child”.

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Toll fand ich auch “Atlas”, eine Skulptur von Denis Ohrenschall, aus Lehm geformt, die begrünte Weltkugel tragend, sich witterungsbedingt wieder zu Erde transformierend.

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Weitere Impressionen:

Hexenhäuschen (ich will das haben!!!!)

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Meine Eltern, die das alles so tapfer mitgemacht haben

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Bäume mit entzückender Unterpflanzung

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Lupinen

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Ein Standbesitzer mit definitv mehr als nur einer Meise

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Paeonien in einer überschwänglichen Fülle, so dass ich wirklich laut Aaaah rufen musste, als ich sie sah.

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Ein Smaland für Pflanzen gab es übrigens auch. Sie wollten nach dem Besuch ihrer Besitzer unbedingt abgeholt werden.

Pflanzen-Smaland

Sehr loben möchte ich noch die optimale Organisation rund um das Fest. Parken, Einlass, die Situation innerhalb der Anlage, alles war perfekt geregelt. Bei der Ankunft am Schloss wurde man von freundlichen Menschen eingewiesen, bei Fragen haben sie trotz des unglaublichen Ansturms sehr gelassen und hilfsbereit Auskunft gegeben. Toll gemacht! Ich freue mich schon auf nächstes Jahr.

Paeonie, groß

Dieser Tag sollte der Tag des Allgäucachers werden. Mein Gott, was zeigt der Mann für einen Einsatz, die Gemeinde der Suchenden glücklich zu machen. 28 Caches hat er rund um Altusried versteckt und selber hat er – haltet euch fest – bislang über 10.000 Schätze gehoben. A Wahnsinn!

Und groß scheint er auch zu sein, denn ohne die richtige Idee oder Statur, eine, die Hebefiguren am vermuteten Fundort gestattet, kommt man bzw. frau nicht ran an die Dinger. Falls man größentechnisch zwischen Setzei und Parkuhr rangiert wie ich, hat man keine Chance. Eigentlich. Aber man lernt ja beim Tun, wie auch wir feststellen konnten. Nach dem DNF (für die Muggels unter euch = Did Not Find = Wir haben die ?/&%$$§&”!!-Dose nicht gefunden oder kamen nicht ran) mussten wir uns was einfallen lassen. Aber der Reihe nach:

8 Geochaches plus Bonus hatten wir heute auf dem Programm. Nach einer wunderbar verbrachten Nacht – “The Arnold” war vom Theo ganz doll ausgeschimpft worden und war danach brav wie ein Lamm – und einem ausgiebigen Frühstück machten wir uns auf, die Umgebung von Altusried zu erobern. Das Auto wurde an der berühmten Altusrieder Freilichtbühne abgestellt und die Tour begann gleich erfolgreich mit dem Heben eines Caches just auf diesem Parkplatz. Und eine Übersichtskarte vom zu erwandernden Gebiet gab es auch.

Weiter trugen uns unserer Füßchen zum Altusrieder Rathausplatz, wo man nur für uns einen Container aufgestellt hatte, damit wir unbeobachtet suchen, finden und loggen konnten. Das ist doch mal ein Service!

Allmählich führte uns unserer Tour in weniger belebte Gebiete, unterwegs schnappten wir uns noch ein Dösle, das nett versteckt war, aber den Menschen im Auto davor wahrscheinlich zu den wildesten Spekulationen veranlasste, was an normalen Straßenschildern so interessant sein soll. Wir tun immer so, als wären wir für ein schräges Fotoprojekt unterwegs, machen Bilder wie die Wahnsinnigen, zoomen ran, zeigen auf Details und hoffen so, das nicht so ganz Offensichtliche zu entdecken und dabei die Öffentlichkeit zu verwirren.

Verwirrt waren auch wir, als wir vor einem Baum standen, in dessen Astgabel Erstaunliches wuchs. Johannisbeeren, für deren Ernte man auf einen hohen Baum hätte klettern müssen, hatten wir noch nie gesehen.

Das erste Highlight des Ausfluges war die malerisch gelegene  Burgruine Kalden, von der nur noch ein Rundturm zu sehen ist. Dieser zeugt von Zeiten, wo auf Statik und Beschaffenheit des Untergrundes, auf den man Burgen baut, anscheinend nicht sooo viel Wert gelegt wurde.

Die Höhenburg stand auf einem großflächigen Vorgebirge 90 m über der Iller und wurde nach Westen von einem Tobel gesichert, während die Ostseite steil zur Iller abfiel. Geologische Instabilität führte schon im Mittelalter zu Felsrutschungen und Substanzverlusten an der 1128 erwähnten und vor 1500 zerstörten Burg Alt-Kalden, von der heute nur noch ein schmaler Grat zeugt. (Quelle: Wikipedia)

Nachdem Burg Nummero 1 allmählich in einem Graben verschwand, baute man Burg Nummero 2 etwas entfernt, um dann erkennen zu müssen, dass auch sie peu à peu ins Rutschen kam.

1515 erfolgte […] 300 Meter südlich der Anlage ein Neubau, der nun den Namen Neu-Kalden trug. Doch dieser Neubau wurde schon 1692 wiederum aufgelassen und schließlich um 1840 bis auf ein Turmfragment abgebrochen. Heute verbleibt ein geologisch eindrucksvolles Profil des abgerutschten Burgplatzes, das im oberen Bereich Kiese, im unteren Bereich Sande und Mergel zeigt.

Erstmals 1128 erscheint ein Geschlecht der Callindin, das in stiftkemptischen Diensten stand. 1384 gingen Burg und Herrschaft an die Herren von Rothenstein, dann 1409 durch Kauf an die mächtigen Herren von Pappenheim, Erbmarschälle des Reiches, die sie drei Jahre später wieder an die Rothensteiner zurückveräußerten. 1482 kamen die Pappenheimer erneut in den Besitz der Burg, diesmal durch Erbschaft. Joachim von Pappenheim errichtete 1515 das Schloss Neu-Kalden, das 1692 an das Fürststift Kempten veräußert, zugleich aber wegen drohender Hangrutsche verlassen wurde. 1985 erwarb die Marktgemeinde Altusried das Ruinengelände. (Quelle: wikipedia)

Das hier versteckte Döslein war schnell ausgemacht und hielt in seinem Inneren noch die Koordinaten für einen Bonus bereit. Nach ein paar Kriechübungen durch die Botanik habe ich meinem lieben Mann aber verboten, an steilen Abhängen herumzuklettern und unter Gefahr für Leib und Leben nach Filmdosen zu angeln, die an gefährlicher Stelle liegen. Man muss es ja nicht übertreiben, gell?

Nur ein paar Schritte von der Ruine entfernt, bot sich ein wunderbarer Blick auf einen unverbauten Abschnitt der Iller mit ihrem mäandernden Durchbruch. Nur für diese Aussicht lohnt sich der weiteste Weg, wahrlich spektakulär.

Während der Eiszeiten erstreckte sich der Illergletscher vom Hochgebirge bis Altusried. Die Schmelzwasser des Gletschers fanden drei Abläufe, von Probstried ins Tal der Westgünz, von Dietmannsried in das alte Illertal (heute Memminger Trockental) und von Kalden (Altusried) nach Lautrach-Illerbeuren. Zum Ende der letzten Eiszeit schmolz der Eisstrom und es entstand ein großer See zwischen Kempten und Altusried. In der Folge vertiefte sich der Abfluss bei Kalden am stärksten und der See lief aus. Seitdem fließt die Iller in vielen malerischen Windungen durch die Endmoränen von Altusried bis Ferthofen und findet erst unterhalb von Memmingen zurück in das alte Illertal. Am schönsten kann man den Illerdurchbruch von der Ruine Kalden (ehemaliges Schloss Kalden) beobachten. (Quelle: wikipedia)

Eigentlich wären wir noch gerne ans Ufer der Iller gegangen. Aber da wir noch ein paar Kilometer vor uns hatten und nicht wußten, ob man von dort die “Blaue Bruck” erreichen kann, haben wir auf einen “Abstieg” verzichtet und wanderten weiter in Richtung Fischers (Markt Altusried), einem kleinen Weiler an der Iller, der bis 2001 über eine Fährverbindung ans gegenüberliegende Ufer nach Pfosen (Markt Dietmannsried) verfügte. Als diese Verbindung eingestellt wurde, war ein wichtiges Band für Wanderer und Radfahrer zerschnitten.

In rühmlicher Eigeninitiative gelang es 30 Freiwilligen, in 1200 Stunden eine außergewöhnliche Hängebrücke mit 84 m Spannweite über die Iller zu bauen. Die 2007 eröffnete “Blaue Bruck” ist die erste Bürgerbrücke Bayerns und schließt die Lücke im “Oberallgäuer Rundwanderweg”. Mich hat das Bauwerk sehr beeindruckt und die Suche nach dem Döschen gestaltete sich so spannend wegen der “Kletterei”, dass ich mich zu folgendem Logeintrag bemüßigt fühlte:

“Boah – da war aber Einsatz gefragt für so ne Omma wie mich. Ich bin Flachlandtirolerin und habe Angst bei sowas. Nicht vor der Brücke, sondern vor dem Zugang zum Cache, der für mich aber minnigens ein 3er war. Gefühlt. Zumal mein Mann schon wieder auf der anderen Seite war und fotografierte, da musste ich also alleine durch. Was macht frau nicht alles, wenn der Ruf des Schatzes ertönt – also hin gedackelt, greifen, loggen, wieder ruff und fertig. Geht doch! “

Auf unserem Weg zur Brücke konnten wir auch unseren ersten “richtigen” DNF des Tages verbuchen. Wir sind einfach zu klein für solche Aktionen. Wie sich später heraus stellte, aber auch zu doof. Denn während wir grummelten und nachdachten und nach alternativen Bergungsmöglichkeiten suchten, hatten wir am Ende unserer Tour eine Eingebung. Zunächst aber mussten wir auf dem Pfad der Erleuchtung wandeln, der uns nach Altusried zurück brachte. Unterwegs schnappten wir uns noch Cache Nummer Vier vom Allgäucacher und als wir am Cache Nummer Fünf ankamen, sahen wir schon von weitem, dass es sich wieder um so ein fieses Ding wie bei unserem DNF handeln musste. Aber wir hatten ja mittlerweile Plan B ausgeheckt. Mich zu heben, das wäre für meinen armen Mann eine Zumutung.

Ja damals, als ich gerade 40 Kilo wog, da wäre das alles kein Problem gewesen. Aber als Fünfjährige war mir diese Art des Hobbies noch völlig unbekannt, deshalb ist nix mit Räuberleiter und so. Trotzdem:

Heiliger Wanderstock sei Dank! Durch ihn waren wir Gnome in der Lage, diesen Cache zu – na ja, heben wäre der falsche Ausdruck. Angeln, vielleicht? Jedenfalls haben wir tüftelnder Weise eine Lösung gefunden, wie man so ein Döschen schnappen kann, ohne so groß wie Nowitzki zu sein und Hurrah!! – es hat geklappt. Keine Ahnung, was sich die Autofahrer so dachten, aber wer keine Lust hat, sich immer und überall zum Affen zu machen, sollte das sowieso lassen mit der Cacherei.

Somit hatte uns Allgäucacher heute mit fünf Caches eine große Freude bereitet, nicht zu vergessen Allgeier01 sowie macnetz + mabinta, die ebenfalls einen Schatz für uns bereit hielten.

15.50 Uhr – wir haben fertig!

Nach einem sehr erfolgreichen Tag machten wir es uns in der Ferienwohnung bequem, aßen Kuchen, tranken Kaffee, lauschten der Stille, schauten dem Sonnenuntergang zu und freuten uns einfach des Lebens.

Wer möchte, kann man sich die für Muggel aufbereiteten Tourdaten noch einmal anschauen: Track. Eigentlich war die Wanderstrecke 400 m länger, aber ich habe die Wegpunkte der Suchaktionen weggelöscht, damit niemand von den Unwissenden auf dumme Gedanken kommt.

Schatzkarte

# 370  GC1Y45W    “#1 -Kunst und Kultur in Altusried” – Allgäucacher

# 371  GC1QN3M    “#3 – Kunst und Kultur in Altusried – Rathausplatz” – Allgäucacher

# 372  GC2EEC6    “Willkommen im Cacherparadies Altusried #4″ – Allgäucacher

# 373  GCVA66      “Cambodunum – Burgruine Kalden” – Allgeier01

# 374  GC1J027     “Blaue Bruck” – macnetz + mabinta

# 000  GC1QN2T    “5. Blaue-Bruck-Anlock-Cache”- Allgäucacher

# 375  GC1QP5X     “4a. Blaue-Bruck-Anlock-Cache” – Allgäucacher

# 376  GC1JNZC     “2. Blaue-Bruck-Anlock-Cache” – Allgäucacher

Und was haben wir sonst noch so angestellt im schönen Allgäu?

Allgäu, Tag 1 – Altusried

Verfasst von: Schnuppschnuess | 25/09/2011

Allgäu – Tag 1: Altusried

Die Sause des Jahres hatte den schönen Nebeneffekt, dass wir Menschen trafen, die uns bis dahin vollkommen unbekannt waren. Ein Ehepaar war sogar aus dem Allgäu angereist, was man nicht nur hören, sondern auch sehen konnten. Beide trugen Tracht und sahen extrem fesch aus. Irgendwann kamen wir ins Gespräch und als der Wohnort Altusried genannt wurde, kam mir der Ortsname unheimlich bekannt vor. Kein Wunder, denn Kommissar Kluftinger ermittelt in und um Altusried herum, daher wehte also der Wind – mal ganz davon abgesehen, dass Theo und Melanie auch noch mit einem der Autoren verwandt sind. Priml!

Neben allerlei Unsinn, den wir verzapften,

erfuhren wir auch, dass Melanie und Theo eine Ferienwohnung vermieten. Aha, da klingelten doch wieder alle Urlaubsglöckchen und wir versprachen, bald einmal im Allgäu ein paar Tage zu verbringen. Wie man das halt so sagt, gell? Aber nicht mit uns, wir machen Nägel mit Köpfen. Das hat uns im letzten Jahr wunderschöne Wochen in Frankreich bei Micha und Fried in Gigors beschert, deshalb haben wir kurzentschlossen eine Woche Allgäu angeleiert. Gott, war das aufregend.

Natürlich wurde vor der Buchung erst einmal die Geocache-Dichte angeschaut – wunderbar! Altusried und Umgebung sind geradezu gepflastert mit Caches, einer Reise stand nichts im Wege. So ging es also los, an einem schönen blauen Samstag im September machten wir uns auf in Richtung Süden, 400 km später hatten wir unser Ziel erreicht und wurden sofort mit dem Landleben konfrontiert. Ein Rindviech, we called him “The Arnold” (dicke Muckis, nix im Kopp) – ein Bulle wie im Bilderbuch mit einer Vollmeise, die ihresgleichen sucht, schrie wie am Spieß, riss mit seinen Hufen die Grasnabe auf, schnaufte, stampfte und markierte den dicken Max. Als ich aus dem Auto ausstieg, fand ich das noch lustig – aber als ich dann in seine Richtung schaute und er mich mit blutunterlaufenen Augen gierig funkelnd ansah, da musste ich an den Minotaurus denken… ich habe dann sicherheitshalber mal den Autoschlüssel stecken lassen und die Fahrertür geöffnet beim Ausladen, falls das Biest durch den Elektrozaun bricht. Wir waren so paralysiert, dass wir erst Daheim entdeckt haben, dass wir das Urvieh gar nicht per Kamera gebannt haben. Zumindest hier, beim Chef,  ist es jedoch gelungen, ein schönes Stück Rindfleisch und noch viel mehr Tolles abzulichten. Auch im Allgäu. Ja genau. Genau da.

In der sehr schönen, luftigen Wohnung wurden wir gleich köstlich empfangen. Blumen, Strudel, Kärtchen – goldig. Und lecker!

Irgendwann klopfte es an der Wohnungstür und endlich konnten wir unser liebes Allgäumadel und den Allgäubuam in die Arme schließen.
Danach wurde die Umgebung ausgekundschaftet, ein Tradi angegangen aber wegen Schisshasigkeit und weil wir über eine abgesperrte Weide hätten gehen müssen, haben wir es dann gelassen. Richtig spannend war der Spaziergang, was man auch an der Konversation festmachen konnte.
Sie: “Guck mal da hinten auf die Wiese. Was ist das? Ein Fuchs?”
Er: “Kann sein.”
Sie: “Oh, das ist bestimmt ein Fuchs. Aber so weit weg.”
Er: “Stimmt. Mist.”
Sie: “Ja, genau. Ein Fuchs. Guck mal die Ohren und der buschige Schwanz. Oh, er kommt auf uns zu. Hoffentlich hat der keine Tollwut.”
Er: “Ich mach mal ein Foto.”

Recht früh fielen wir in unser gemütliches Bettchen und schliefen ein, während uns “The Arnold” ein wunderbares Liedchen sang.

Schatzkarte:
# 000  GC33ECW – “Auge auf” – Laubencacher

Den tollen Baum haben wir gesehen, aber wir haben uns nicht getraut.Vielleicht kommen wir ja noch einmal in die Nähe.

Verfasst von: Schnuppschnuess | 05/04/2011

Schiermonnikoog – Tag 1

Kennt ihr Fikki?  Ein Teufelskerl ist er, der Fikki. Und wo der überall rumgondelt. Phänomenal! Fikki wird von Stars und Sternchen geherzt und geknuddelt, Fikki wird von wunderschönen Maskenbildnerinnen verwöhnt, Fikki trägt die tollsten Outfits, verreist mit eigener Couch, Fikki zieht im Kölner Karnevalszug mit und jetzt kommt’s – Fikki hat sogar einen Stern auf dem Walk of Fake. Jeder liebt Fikki und auch ich kann mich seinem Charme nicht entziehen.

Fikki ist ein wahrer Tausendsassa und so beschlagen, dass er sogar zwei Profile bei Facebook inne hat. An seinem wilden Leben lässt er die Leser- und Freundesschar teilhaben und oftmals schaut man gebannt, neidisch oder sehnsüchtig auf Fotos von Orten, an denen man auch gerne wäre.

Vor ungefähr 14 Tagen, Fikki hatte gerade Geburtstag, war es wieder soweit. Urlaubsfotos  eines Eilandes präsentierte er, von dem man weder gehört hatte, geschweige denn dass man es je besuchte. Oder den Namen der Insel hätte aussprechen können.

“Schiermonnikoog” – kennt das Jemand? Außer Fikki? Eben! Wir auch nicht.  Aber die veröffentlichten Eindrücke sahen so toll aus. Mein Interesse war geweckt, die Neugier stillte Wikipedia, ich wollte da hin. Sofort.

Bei Schiermonnikoog handelt es sich um die kleinste der fünf bewohnten, niederländischen Westfriesischen Inseln, den Waddeneilanden. 16 km lang, 4 km breit, Dünen, Sand, Meer. Keine Autos. Zumindest keine Touristenautos. Fahrräder.

Ruhe. Irgendwie las sich das so nett. Und irgendwie hatte unser Reiseveranstalter gerade die Griechenland-Studienreise storniert. Und irgendwie bekamen wir Lust, auf diese unaussprechliche Insel zu fahren. Wenn Fikki das toll findet, warum nicht auch wir? Ein Hotel war schnell gefunden, die Bahn- und Fährverbindungen wurden ausgekundschaftet, die Geocaching-Seite befragt und alles deutete darauf hin, dass ein paar Tagen Schiermonnikoog nichts im Wege steht. Und wenn sogar Fikki….

Ein bissi komisch kam ich mir dann aber doch vor, als ich Bekannten und Verwandten von Fikki erzählte:

  • Dass er der Auslöser war für unsere Reise
  • Dass ich ihn nur über Facebook “kenne”
  • Dass ich ihn noch nie gestreichelt habe
  • Dass ich nicht weiß, wem er gehört

DASS FIKKI EIN PLÜSCHHUND IST (klick!)*

Ungläubiges Staunen, nachdenkliches Kopfschütteln, beruhigende Worte und das Angebot medikamentöser Unterstützung bei der Bewältigung meiner Lebenskrise konnten mich nicht hindern. Ich war sicher, ich würde jedem noch so starken Sturm trotzen.

Alle negativen Gedanken wurden von der Festplatte gelöscht, wir buchten, bestellten noch flugs einen Reiseführer, die Caches wurden aufs GPS geladen und auf ging es in Richtung Wind, Meer, Erholung und Geocaching.

Vor den Erfolg und die Erholung haben die Götter ja bekanntlich den Schweiß gesetzt. Das hieß in unserem Fall:

2:30 Uhr aufstehen, 4:24 Uhr losfahren, mit der Bahn über Frankfurt, Arnheim und Zwolle nach Groningen mit seinem schönen Wartesaal.

Weiter ging es mit dem Bus nach Lauwersoog, dann mit der Fähre übergesetzt nach Schiermonnikoog und schließlich (endlich!) mit dem Bus zum Hotel. Gegen 15:00 Uhr waren wir vor Ort und bezogen unser Zimmer im Hotel Duinzicht.

Das Wetter war mäßig schön. Keine Sonne zu sehen, aber es war trocken, mit viel  Wind und Sand in der Luft – das mag ich! Wir machten uns also schnell auf den Weg, um die Insel und den ein oder anderen Geocache in Augenschein zu nehmen. Natürlich auch den Leuchtturm – ist ja nicht zu übersehen.

Nach sieben Kilometern schönster Wanderstrecke hatten wir drei von drei Schätzen gehoben, uns den Wind um die Nase wehen lassen und dabei erstaunliche Mengen Gänse auf den Feldern gesehen.

Schließlich hatten wir uns so verausgabt, dass wir richtig Lust aufs Abendessen bekamen.  Da ich mir vorgenommen hatte, mich durch die einheimischen Inselschnäpse zu trinken, fing ich heute mit einem Kallemooitje an, den ich mit Bier hinunter spülte. Das  deftig-schlichte, umfangreich portionierte Drei-Gänge-Menü, serviert von sehr freundlichem Personal, gab mir den Rest. Bettreif ließ ich mich in die Federn fallen und versank sofort in tiefen Schlaf.

Schön wars heute – wir freuen uns schon auf morgen. Danke Fikki, du gewiefter Hund, ohne dich hätten wir diese Insel nie kennen gelernt!

Schatzkarte:

# 292 – GC116VB –  “Het geheim van Vredenhof deel 2″ – Elmasj

# 293 –  GC2CYR6 – “Paradijsroute deel 1 van 4″ – AvanD

# 294 – GCXAKM – “Tussen twee zeeen” – Sandraak+Beamer

 

*klick! funzt leider nur, wenn man bei Facebook eingeloggt ist. Danke für den Hinweis, liebe Sus!

Ist das ein Mördertitel? Aber er passt wirklich und alles das, was da oben steht, habe ich an einem Tag erlebt.

Der 25. April 1960 war ein wunderschöner Tag. Meine Eltern bekamen nämlich einen Wonneproppen vor die Tür gelegt, nachdem zuvor Zucker auf’s Fensterbrett gestreut wurde. Der Wonneproppen war ich und seitdem habe ich meinen Eltern und auch meiner Familie manch’ schlaflose Nacht beschert. Das liegt unter anderem daran, dass ich die Welt an Fotos teilhaben lasse, die meine Schwester Susanne immer in Richtung Erdboden sinken lassen. So eins zum Beispiel:

Dieses Kleinod der Mützenstrickkunst habe ich persönlich hergestellt und am Ehrentag meines Lieblingsneffen Tim, dessen Kommunion auf meinen Geburtstag fiel, freudig getragen (wie man sieht).

Tim hat mir schon mal  eine ganz tolle Mail geschrieben. Diese Mail war kurz, hat sich aber auf ewig in mein Gedächtnis gebrannt. Die Mütze habe ich während der Feierlichkeiten auch nur kurz getragen.

Bevor wir überhaupt zu Feiern begannen,  hatte ich schon soviel erlebt, dass sich auch das für immer in meine Seele brannte. Wahrscheinlich auch in die Seelen der Mitreisenden im Zug von Köln nach Jüchen und darüber hinaus.

Die applaudierten nämlich (stehend?), nachdem mein armer Mann und ich aus dem Vehikel ausgestiegen waren, um das zu erblicken:

Zum Glück hatte die komplette Familie (abzüglich der vier direkt von der Kommunion Betroffenen) genug Sekt mit, um diesen Schreck hinunterzuspülen. Es kam aber noch Schlimmer. Man konnte das  Plakat drehen:

Mittlerweile ging im Zug, der immer noch am Bahnhof stand, die LaOlaWelle um, es wurden Glückwünsche gerufen und an die Fenster geklopft. Kurz bevor Alle die Abteile verließen, um mit uns auf dem Bahnsteig die ultimative Survival-Party zu feiern (immerhin habe ich das 50 Jahre lang so einigermaßen hinbekommen), wurden die Türen geschlossen und der Samba-Express machte sich auf Richtung Waldfeucht oder so – Selfkant jedenfalls und verspätet,  besagter Vorfälle wegen.

Falls ich gehofft gedacht hatte, dass damit die Feierlichkeiten zu meinem Geburtstag erledigt waren, hatte ich weit gefehlt. Ich musste ein Rätsel lösen, rechnen (O-Ton Vanessa: Oma Inge konnte das aber schneller als du) und dann mit meinem GPS (das ich auch mitnehme, wenn ich einkaufen oder zum Arzt gehe, also immer) einen Cache suchen.

Dieser Cache war – ich glaubte es kaum – von Dirk (in Geocacherkreisen wird er elokadaun genannt)  und seinen Verbündeten (in allen Kreisen “Familie” genannt) mir zu Ehren versteckt worden.

GC27B9A – “Jule50: moony42´s Geburtstagscache” – ein Cache, der meinen Namen trägt und in dessen Logbuch ich mich als ERSTE eintragen durfte.

Ich war mehr als überrascht, damit hätte ich nun nicht gerechnet und die Freude war mir anscheinend wirklich anzusehen:

Das Rätseln ging aber noch weiter. Auf die Frage: “Wie heißt das Reh mit Vornamen” antwortete ich gleich wie aus der Pistole geschossen: “Kartoffelpü!” Tja, Null Points. Falsch. Telefonjoker hatte ich keine, die standen alle grinsend vor mir. Nach ein paar Hilfestellungen kam ich dann doch überraschend zügig *hüstel* auf Mirko. Und, Gemeinde, alles klar?

Rischtisch! Nu bekam ich, neben einem schönen Marokko-Kochbuch von meinem Sohn Tobias,  auch noch einen Kochkurs beim Frangfodder Koch Mirko Reh geschenkt, den ich sowieso so gut leiden mag. Ich hab zwar noch nix von ihm gekocht oder gegessen, aber der Bub ist so sympathisch, dass ich wirklich einen Luftsprung gemacht habe vor Glück, der nahtlos in eine faszinierende Tanzeinlage überging.

Ab jetzt waren aber Tim und sein Cousin Michael, der ebenfalls feierte, die Hauptpersonen. Lecker gegessen und getrunken haben wir natürlich, ein paar wunderschöne Stunden im Haus Welters in Neuotzenrath verlebt und neben MEINEM EIGENEN CACHE konnten wir bei einem klitzekleinen Spaziergang nach dem Essen und vor dem Kaffee auch noch zwei andere Döschen bergen . Danach gab es Kuchen satt, von meinen Schwestern, Tims Omas und anderen Verwandten hergestellt und extrem köstlich.

Ein besonderer Dank geht an Dirk, meinen netten Neffen, der mir einen Großteil seiner Fotos für diesen Bericht zur Verfügung gestellt hat. Fürs Knipsen hatte ich keine Zeit, bin halt ein Feierbiest gell, Susanne!

Schatzkarte:

# 131 – GC27B9A – Jule50: moony42’s Geburtstagscache – elokadaun

# 132 – GC260C1 – Kapelle St. Simon und Judas Thaddäus Otzenrath - scoutfried

# 133 – GC232R5 – Friedenskapellchen in Otzenrath – scoutfriend

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